Rekordjahr mit zwei Seiten: Gründungsfreude und Marktbereinigung
Die Schweiz verzeichnete 2025 erneut ein Gründungsjahr auf Rekordniveau: 55’654 neue Unternehmen wurden ins Handelsregister eingetragen. Damit wurde das bisherige Allzeithoch aus dem Vorjahr nochmals übertroffen. Zugleich wurden 33’987 Firmen gelöscht, sodass unter dem Strich 21’667 Nettogründungen stehen – ein Plus von 6,6 % im Vergleich zu 2024. 2023 und 2024 resultierten bei den Nettogründungen jeweils noch ein Minus von 4.5 und 2.5 Prozent.
Dieses Nettowachstum zeigt: Trotz steigender Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen bleibt der Unternehmergeist in der Schweiz robust. Gründungen finden statt – mit mehr Mut, aber auch mit mehr Professionalisierung, was das Wachstum bei den Kapitalgesellschaften zeigt.
Starker Dezember, unterschiedliche Wachstumszahlen in Regionen und Kantonen
Der Monat Dezember 2025 stach besonders hervor: Mit 5’425 Neugründungen wurde der höchste Monatswert des Jahres erreicht. Gleichzeitig lag die Differenz zwischen Neugründungen und Löschungen bei +2’474 Unternehmen – der stärkste Nettozuwachs in einem einzelnen Monat. Diese Jahresendrallye könnte auf strategische Gründungsplanung, steuerliche Optimierungen oder die Einführung neuer Projekte zum Jahreswechsel zurückzuführen sein.
Regionen und Kantone
Die Zentralschweiz hat 2025 den grössten Zuwachs an Neugründungen verzeichnete (ca. +13 %), gefolgt von Zürich (+5,7 %) und der Nordwestschweiz (+5,6 %). Im Espace Mittelland und in der Ostschweiz stiegen die Zahlen moderat (+3 % bzw. +1 %). Einzig im Tessin gingen die Gründungen um etwa –2,5 % zurück.
Viele Kantone steigerten ihre Gründungszahlen gegenüber 2024. Deutliche Zuwächse verzeichneten Zug (+19 %), Appenzell Innerrhoden (+17 %), Obwalden (+17 %), Schaffhausen (+16 %), Schwyz (+12 %) und Basel‑Landschaft (+11 %). Auch Thurgau, Nidwalden, Basel‑Stadt, Genf, Luzern, Zürich, Solothurn und Wallis meldeten teils deutliche Steigerungen. Rückgänge gab es in Graubünden (−0,8 %), Tessin (−2,5 %), St. Gallen (−3,9 %), Appenzell Ausserrhoden (−7,5 %), Glarus (−8,5 %) und Uri (−13,5 %).
Strukturwandel sichtbar: Rechtsformen im Fokus
Ein genauer Blick auf die gewählten Rechtsformen unterstreicht einen interessanten Wandel im Schweizer Gründungsgeschehen:
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) bleibt die beliebteste Rechtsform – und macht über 42 % aller Neugründungen aus. Das Wachstum der Aktiengesellschaften (AG) mit 9.7 % auf 10’561 Gründungen zeigt, dass auch kapitalintensivere und haftungsbeschränkte Modelle zunehmend bevorzugt werden.
Dagegen ging die Zahl der Einzelfirmen erstmals seit Jahren zurück (–0,6 %), und auch Kollektivgesellschaften verloren deutlich an Bedeutung (–9,7 %). Dieses Verhalten spricht für eine Professionalisierung und Risikoabsicherung bei neuen Projekten – insbesondere in einem wirtschaftlich dynamischen Umfeld.
Die wichtigsten Rechtsformen machen in der Schweiz unverändert mehr als 94 % aller Gründungen aus.
Die Übersicht der letzten drei Jahre zeigt folgende Zahlen und Anteile:
Gründungsfreude trotz Rekordkonkursen
Begleitet wurde der Gründungsrekord von einer stark gestiegenen Zahl an Insolvenzen: Laut Creditreform wurden 2025 14’958 Firmenkonkurse registriert – ein Anstieg um +31,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gründe hierfür liegen nicht nur in wirtschaftlichen Faktoren, sondern auch in einer gesetzlichen Neuerung: Seit dem 1. Januar 2025 sind auch öffentliche Gläubiger verpflichtet, Konkursverfahren einzuleiten, was die Zahl der Verfahren stark erhöht hat.
Diese Entwicklung verdeutlicht eine zunehmende Marktbereinigung: Die hohe Gründungsaktivität wird durch eine ebenso intensive Selektion begleitet. Dies ist jedoch kein Widerspruch, sondern Ausdruck einer lebendigen, sich ständig erneuernden Wirtschaft.
Fazit: Gründungswille trifft Realität – aber das Fundament steht
Der Jahresrückblick 2025 zeigt: Die Schweiz bleibt ein attraktives Land für Unternehmensgründungen – dank stabiler Rahmenbedingungen, digitalem Zugang zu Behörden und einer hohen Innovationsbereitschaft. Die hohe Zahl an Nettogründungen ist ein starkes Signal, dass unternehmerisches Denken weiter wächst.
Gleichzeitig nimmt die Bedeutung strukturierter und professioneller Gründungsformen zu. Gründerinnen und Gründer setzen vermehrt auf haftungsbeschränkte und nachhaltigere Modelle, anstatt sich in risikoreiche Einzelfirmengründungen zu stürzen.
2025 war damit ein Jahr der Bewegung – mit mehr Firmen, aber auch mehr Selektion. Die Herausforderung für 2026 wird sein: Wie viele dieser neuen Unternehmen wachsen und bleiben langfristig erfolgreich?
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