Fasoon & Friends
Wir stellen vor: Gründer:innen und Unternehmer:innen
Hier stellen wir dir Gründer und Unternehmer vor. Keine trockenen Business-Berichte, sondern Geschichten über Hürden, Erfolge und den Mut, es einfach zu tun.
In diesem Beitrag: beautytape.ch (EXNI GmbH)
Wer seid ihr und was macht euer Unternehmen genau?
Ich bin Ondrej und gemeinsam mit meinem Bruder betreibe ich beautytape.ch. Wir verkaufen Face Tapes, eine nicht-invasive Alternative zu Botox, die dabei hilft, Falten zu reduzieren und das Gesicht während des Schlafens jünger aussehen zu lassen. Zwei Typen, die eigentlich völlig unqualifiziert für das Thema Hautpflege sind und überraschenderweise dennoch starke Meinungen dazu entwickelt haben. Daran sind unsere Freundin und unsere Schwägerin nicht ganz unschuldig.
Wie lange gibt es euer Unternehmen bereits?
Wir haben beautytape.ch im November 2025 gegründet und sind somit noch ziemlich frisch unterwegs, gerade einmal etwas mehr als sechs Monate. Die Idee entstand im Frühjahr 2025. Von der ersten Idee bis zur fertigen Website vergingen ungefähr sechs Monate.
Wie viele Personen arbeiten in eurem Unternehmen?
Nur wir beide, mein Bruder und ich. Wir stemmen alles selbst, zusätzlich zu unseren regulären Jobs. Es ist intensiv, aber es ist unser eigenes Projekt.
Wie lange dauerte es von der ersten Idee bis zum offiziellen Start?
Etwa sechs Monate. Die Idee entstand im Frühjahr 2025 und im November gingen wir online. Dazwischen passierte eine Menge: Produktsuche, Gründung der Gesellschaft, Aufbau der Website und die Entwicklung unserer Marketingstrategie. Sechs Monate klingen kurz, fühlten sich aber gleichzeitig sehr schnell und sehr lang an.
Mit welchen Themen habt ihr euch während der Gründungsphase am meisten beschäftigt? Hättet ihr euch mehr externe Unterstützung gewünscht?
Marketing-Content war und ist ehrlich gesagt noch immer unsere grösste Herausforderung. Wir sind keine geborenen Content-Creator, dabei ist Content im Beauty-Bereich entscheidend. Wir haben früh erkannt, dass wir hier Unterstützung brauchen, und suchen aktiv nach externen Partnern. Auf der organisatorischen Seite wurden wir positiv überrascht: Fasoon hat uns bei der Gründung hervorragend unterstützt und die Schweiz erwies sich als deutlich weniger bürokratisch, als wir befürchtet hatten.
Was waren die grössten Herausforderungen beim Start eures Unternehmens? Wie habt ihr diese gemeistert?
Die ehrliche Antwort lautet: Alles zusätzlich zu Vollzeitjobs unter einen Hut zu bringen. Es gibt keine Zauberformel. Man nimmt sich Abende und Wochenenden frei und akzeptiert, dass gewisse Dinge langsamer vorankommen, als man es gerne hätte. Eine weitere grosse Herausforderung war digitales Marketing. Meta- und Google-Anzeigen haben eine steile Lernkurve. Wir haben Fehler gemacht, Kampagnen gestartet, gestoppt und ständig hinterfragt. Mit der Zeit haben wir gelernt, dem Prozess und den Algorithmen mehr zu vertrauen.
Wie beurteilt ihr das Umfeld in der Schweiz für den Aufbau eines Unternehmens von Grund auf?
Ehrlich gesagt besser als erwartet. Die Schweiz hat den Ruf, kompliziert und teuer zu sein. Der eigentliche Gründungsprozess verlief jedoch überraschend unkompliziert. Die Infrastruktur für Zahlungsverkehr, Logistik und das Vertrauen in Schweizer Marken ist hervorragend. Und Schweizer Kundinnen und Kunden sind sehr loyal, sobald sie Vertrauen gefasst haben. Das ist enorm wertvoll.
Erzählt uns von einem unternehmerischen Erlebnis, an das ihr euch besonders gerne erinnert.
Der erste Verkauf. Man investiert Monate in ein Projekt und weiss nie, ob tatsächlich jemand kaufen wird. Und dann entscheidet sich eine völlig fremde Person, die euch sogar ohne Werbung gefunden hat, euch ihr Vertrauen und ihr Geld zu schenken. Diese Benachrichtigung vergisst man nicht.
Welchen Rat würdet ihr Startups mit auf den Weg geben?
Wartet nicht auf Perfektion. Wir sind gestartet, bevor wir uns wirklich bereit fühlten, und das war genau richtig. Konzentriert euch lieber auf ein oder zwei Kanäle und macht diese richtig gut, anstatt euch überall gleichzeitig zu verzetteln. Und wenn ihr nebenbei noch einem Job nachgeht: Achtet auf eure Energie. Ein Burnout ist real.
Was war der Hauptgrund, warum ihr euch selbstständig gemacht habt?
Wir haben ein Produkt entdeckt, das tatsächlich funktioniert. Face Taping hat unsere Freundin und meine Frau zu echten Fans gemacht, und plötzlich hatten wir erstaunlich starke Meinungen zu Hautpflegeroutinen. Ehrlich gesagt hatten wir das selbst nicht kommen sehen. Was uns besonders überrascht hat: In der Schweiz ist das Thema kaum bekannt. Viele Menschen denken direkt an Botox oder Filler, während nicht-invasive Alternativen kaum wahrgenommen werden.
Der zweite Grund, und hier sind wir ganz ehrlich: Wir wollten etwas auf unsere eigene Art aufbauen, ohne dafür zuerst eine PowerPoint-Präsentation erstellen zu müssen.
Wie haben die Menschen in eurem Umfeld reagiert, als ihr euch selbstständig gemacht habt?
Unsere Freundinnen waren begeistert und gehörten wahrscheinlich zu unseren engagiertesten ersten Kundinnen. Wir versorgen sie möglicherweise regelmässig mit Nachschub. Darüber hinaus waren die Reaktionen in unserem Umfeld vor allem neugierig und unterstützend.
Würdet ihr es wieder tun? Warum?
Zu 100 Prozent. Nicht weil es einfach ist, denn das ist es nicht. Sondern weil es eine ganz besondere Zufriedenheit vermittelt, gemeinsam mit dem Bruder etwas aus dem Nichts aufzubauen. Die Verantwortung liegt bei einem selbst. Genauso wie der Stolz, aber auch alle Fehler auf dem Weg.
Was macht ihr, um nach den vielen Herausforderungen als Unternehmer wieder Energie zu tanken?
Wir sind gerne draussen unterwegs. Im Sommer mit dem Fahrrad über die Pässe rund um Andermatt, im Winter beim Freeriden und Langlaufen. Körperliche Anstrengung in den Bergen sorgt dafür, dass der Kopf wieder frei wird. Absolut empfehlenswert.
Auf welches digitale Tool (App, Software oder Gadget) könntet ihr im Arbeitsalltag nicht verzichten?
Shopify für den Betrieb unseres Onlineshops und den Meta Ads Manager, um Kundinnen und Kunden zu erreichen. Aber ehrlich gesagt ist Claude zu einem unerwartet wichtigen Bestandteil geworden. Ob Werbestrategien, Content-Ideen oder die optimale Kampagnenstruktur: Das Tool hat uns viel Zeit gespart.
Nutzt ihr künstliche Intelligenz in eurem Unternehmen? Wie wichtig ist sie für euch?
Ja, vor allem für die Entwicklung von Content-Ideen und Marketingstrategien. Die Beauty-Branche entwickelt sich schnell und verlangt ständig neue Ansätze. KI hilft uns, als Zwei-Personen-Unternehmen deutlich effizienter zu arbeiten. Sie ersetzt Kreativität nicht, beschleunigt aber vieles enorm.
Wie arbeitet ihr? Klassisch im Büro, vollständig remote oder hybrid?
Hybrid, also eine Mischung aus Büro und Homeoffice. Die Arbeit am Startup findet meistens in den Randstunden statt: früh morgens, abends oder am Wochenende.
Welches Getränk bestellt ihr an der Bar?
Obwohl wir ursprünglich aus der Bierhauptstadt der Welt, Pilsen in Tschechien, stammen, bestellen wir beide am liebsten einen Dark and Stormy.
Wenn euer Unternehmen ein Song wäre, welcher wäre es?
Turbo Lover von Judas Priest. Wir sind Autoliebhaber und Metal-Fans. Daher fiel uns diese Antwort besonders leicht.
Vielen Dank für eure Antworten. Wir wünschen euch und eurem Unternehmen weiterhin viel Erfolg und alles Gute!
Das Unternehmen auf einen Blick
Name: beautytape.ch
Branche: Beauty
Website: beautytape.ch
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